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Reise vom 2.-09. August 2019 in die Maramures

 

 

 

Am Freitag, den 2.08.ging es mit einem Reisebus der Firma Hümmer zum Flughafen nach Nürnberg. Mit 5 1/2 Stunden Verspätung startete die Wizzair nach Cluj-Napoca, wo Susanne, Helmut, Janick und Bogdan (erfolgreicher Abiturient aus dem Kinderhaus in Lipova) schon sehnsüchtig auf die Reisegruppe warteten. Dann ging es mit dem rumänischen Reisebus nach Baia Mare, wo eigentlich die erste Übernachtung gebucht war. Durch die Verspätung blieb nur noch Zeit für das Frühstücks-Buffet, an das sich eine Stadtrundfahrt anschloss mit einem kurzen Stadtrundgang, Besichtigung des Natursteinmuseums und eine Führung durchs Freilichtmuseum. Das nächste Ziel war das Hotel Secret Garden in Danesti, wo drei Übernachtungen gebucht waren. Das Abendessen im Restaurant des Hotels glich einem hochzeitlichen Festmahl. Am nächsten Tag, nach einem reichlichen Frühstücksbuffet, lernte die Reisegruppe die herrliche Landschaft der Maramures kennen unter der sachkundigen und engagierten deutschsprachigen Reiseführerin, die der Gruppe 3 Tage zur Verfügung stand. Ziele an diesem Tag waren das Barsana Kloster, die Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus und des Widerstandes in Sighetu Marmatiei und das Museum der jüdischen Kultur der Maramures im Geburtshaus von Elie Wiesel. Auch das Mittagessen im Restaurant Casa Iurca de Calinesti in gemütlicher Atmosphäre mit landestypischen Spezialitäten, wozu auch der Palinka (Obstbrand) gehörte, war beeindruckend. Am Abend traf man sich auf der Terrasse des Hotels, wo Bogdan auf seiner Gitarre Lieder und Eigenkompositionen vortrug. Am Montag, 5.August stand die Besichtigung des Fröhlichen Friedhofs in Sapanta auf dem Programm. Die Reiseführerin übersetzte die Inschriften auf den Grabkreuzen, die so manche Episode aus dem Leben der Verstorbenen zum Besten gaben. Es war ein sehr heißer Tag, so dass die Gruppe bald den Schatten im Complex Restaurant Pastravul aufsuchte, wo aus der hauseigenen Forellenzucht ein schmackhaftes Mittagessen eingenommen wurde. Die Rückfahrt führte zunächst zur Werkstatt des Grabkreuz Schnitzers von Sapanta und dann an der ukrainischen Grenze entlang über Sighetu Marmatiei wieder zurück nach Danesti. Ein Höhepunkt der Reise war am nächsten Tag die Erlebnisfahrt mit der Wassertalbahn mit Buffet an Bord und einem Mittags-Grill in Popas Paltin. Die Übernachtung fand im Hotelzug "Carpatia-Express" in Viseu des sus statt. Zum Abendessen traf sich die Gruppe im neueröffneten Museumsdorf. Am Mittwoch, den 7.August ging es nach Borsa, und mit dem Sessellift zum Aussichtspunkt mit herrlichem Blick auf das Rodnagebirge. Eine Fußwanderung führte zum "Cascada Cailor" (Wasserfall der Pferde). Anschließend wurde die älteste noch funktionierende Wassermühle Moaralui Mecles besichtigt ehe die Weiterreise nach Satu Mare angetreten wurde. Nach einem Zwischenstop im Restaurant Centro erreichte man in Satu Mare das City Hotel Satu Mare, wo für die Gruppe die letzten zwei Übernachtungen gebucht waren. Am Donnerstag, den 8.August war volles Programm angesagt: Besuch beim Deutschen Forum der Sathmarer Schwaben, Besichtigung des Schlosses Groß Karol, Besichtigung des Altenheimes in Foieni mit Mittagessen im Kulturhaus und Besichtigung der Sitzmöbelfabrik von POLIPOL. Abschluss des Tages war die Einkehr auf dem Weingut von Franz Pech mit Weinprobe, deftigem Essen und Zigeunermusik. Es wurde erwartungsgemäß spät bis man wieder im City Hotel Satu Mare eintraf. Am nächsten Tag begann die Rückreise nach Cluj-Napoca (Klausenburg), wo nach einer etwas unfreiwilligen, längeren Stadtrundfahrt das Mittagessen im  Restaurant Casa Veche in der Altstadt eingenommen wurde. Von hier aus ging es zum Flughafen, wo diesmal ohne längere Verspätung die Wizzair alle wohlbehalten nach Nürnberg zurückbrachte.

Ein Nachtreffen der Reiseteilnehmer ist z.Zt. für den 16. November ab 15:00 Uhr in Maroldsweisach, Brauereigaststätte Hartleb, geplant.

 

 

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Reise vom 23.05. - 30.05.2018

Hermannstadt – Lipova – Maria Radna – Minis - Timisoara – - 15 Jahre Prietenia – Franzdorf (Văliug) – Hermannstadt- Michelsberg

 

Auch in diesem Jahr war wieder eine Gruppe der Rumänien Soforthilfe e. V. in dem osteuropäischen Land unterwegs. Im Mittelpunkt der Reise stand diesmal die Feier zum 15-jährigen Bestehen des Kinderhauses, das der von Susanne Kastner geführte Verein in der Kleinstadt Lipova betreibt.

 

Rumänien 4, Deutschland 3 – als das „Golden Goal“ für die junge Auswahl der Gastgeber gefallen war, huschte ein Lächeln über das Gesicht der erfahrenen Kicker aus dem (Ex-)Weltmeisterland.

Knapp verloren, aber dennoch – bei tropischen Temperaturen – viel Spaß gehabt. Gerd Ehrhardt, Bernd Veitengruber und Marco Heumann – an diesem Nachmittag die deutsche Vertretung auf dem Rasen von Lipova – hatten sich eine Erfrischung verdient, genau wie Bogdan, Daisy und Oddi ihre Gegner aus dem Casa Prietenia, dem Kinderhaus der Rumänien Soforthilfe e. V. in Lipova, einer Kleinstadt in Rumänien, knapp 100 Kilometer hinter der ungarischen Grenze.

Das „Stadion“ für das etwas andere Länderspiel liegt im Freibad von Lipova Baile, der Freizeitanlage des Städtchens. Anlass war das 15-jährige Bestehen des Kinderhauses, das im Rahmen der Rumänienreise des Vereins gemeinsam mit den Kindern, dem Personal sowie örtlichen Honoratioren gefeiert wurde.

Die hatten jede Menge Lob dabei. Auch und vor allem für Susanne Kastner. Die frühere Bundestagsabgeordnete und Vize-Präsidentin des Parlaments engagiert sich seit vielen Jahren mit der Rumänien-Soforthilfe in dem osteuropäischen Land. Ihr Hauptaugenmerk gilt dabei dem Kinderheim in Lipova, in dem derzeit zwölf Buben und Mädchen vom Kindergartenalter bis hin zum 18-Jährigen von Hausmutter Dana und ihrem Personal betreut werden. Kinder, die von ihren Eltern verlassen wurden und im „Haus der Freundschaft“ (so die deutsche Übersetzung) eine neue Heimat gefunden haben.

„Die Arbeit, die sie leisten, ist vorbildlich“, lobte Ralf Krautkrämer, deutscher Konsul in Temeswar, die Leistungen von Susanne Kastner und ihren Mitstreitern. Auch Vertreter des Deutschen Forums stellten den herausragenden Ruf, den die SPD-Politikerin in Rumänien genießt, heraus und verliehen ihre im Rahmen der Reise die Ehrennadel in Gold und damit die höchste Auszeichnung, die die Vereinigung der deutschstämmigen Rumänen zu vergeben hat.

„Rumänien ist meine zweite Heimat“, gibt Susanne Kastner, die auch lange Jahre Vorsitzende der deutsch-rumänischen Parlamentariergruppe war, gerne zu. Seit 1990 engagiert sie sich in dem Land. Ein Land, das sie auch gerne anderen zeigt. Deswegen organisiert der von ihr gegründete Verein Rumänien-Soforthilfe auch regelmäßig Reisen. Diesmal nutzten 25 Teilnehmer die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des bei uns noch weithin unbekannten osteuropäischen Landes zu werfen. Sie erwartete eine Mischung aus touristischen, sozialen und politischen Programmpunkten. Los ging es in der einstigen Kulturhauptstadt Europas, Sibiu. Dort gab es neben einem Stadtbummel durch die malerischen Gassen auch Besuche bei der Bürgermeisterin und in einem Kinderhospiz. Ein Abstecher in ein Freilandmuseum mit vielen Häusern rumänischer Handwerker rundete die Tage in Sibiu ab.

Von dort ging es weiter nach Lipova, wo nicht nur das Jubiläum des Kinderhauses gefeiert wurde, sondern auch ein Tag in Timisoara verbracht wurde. Dort besuchte man den Konsul, das Deutsche Kulturzentrum und ein Kinderdorf der Rudolf-Walter-Stiftung. Auf dem Rückweg nach Sibiu machte die Gruppe dann noch im Banater Bergland Station und genoss in Franzdorf einen gemütlichen Abend am Stausee mit Lagerfeuer.

Höhepunkt der Reise war aber sicher die Jubiläumsfeier des Kinderhauses. Und das nicht nur wegen des „Länderspiels“. Nein! Susanne Kastner hatte nämlich auch echte Promis nach Lipova Bay eingeladen. Donald und Melania Trump, Popeye und Olivia, Romeo und Julia, Asterix und Obelix, Fiona und Shrek oder Donald und Daisy Duck. Nicht in echt natürlich! Jede Paar wurde jeweils von einem Mitglied der Reisegruppe und einem rumänischen Kind gespielt. Spielerische Völkerverständigung mit Händen und Füßen, tollen Verkleidungen und jeder Menge Spaß. Oder um es mit Lorenz Steinhäuser, alias Melania Trump, zu sagen: „Solche Momente sind es, die Rumänien immer wieder zu einem Erlebnis machen.“

 

Marco Heumann

 

 

 

„Ich will Lokomotivführer werden!“

Verein „Rumänien-Soforthilfe“ in der Bukovina unterwegs

 

Haßfurt/Bad Neustadt/Bad Kissingen Rund Reisende aus der Region waren mit der „Rumänien-Soforthilfe“ in Rumänien unterwegs. Der von der früheren Bundestagsabgeordneten Susanne Kastner geführte Verein, der ein Kinderheim in Lipova unterstützt, organisiert einmal im Jahr eine Reise in das osteuropäische Land. Ziel war diesmal die Bukovina.

 

„Ich will Lokomotivführer werden!“ Ein Traum, den wohl nahezu alle Männer, als sie noch kleine Jungs waren, irgendwann einmal hatten. Für Marco Heumann, Janick Homm und Eberhard Büschel ging er in Moldovita in Erfüllung. Sie durften in einer echten Dampfeisenbahn im Führerhaus mitfahren. Aug in Aug mit dem Zugführer und dem Heizer rollte man im gemächlichen Tempo durch ein typisches Bukovina-Dorf hinein in ein Tal und wieder zurück. Janick Homm durfte sogar Kohlen in den Kessel schippen.

„Ein tolles Erlebnis, auch wenn es in der Lok richtig heiß war!“, fasst Eberhard Büschel die Erfüllung des Kleinen-Jungen-Traums zusammen. Für den Heubacher, der bei den Fahrten des Vereins „Rumänien Soforthilfe“ zu den Stammgästen gehört, nur eines von vielen Highlights einer Woche in der Bukovina.

Die historische Landschaft im Nordosten von Rumänien war diesmal das Ziel, der von Susanne Kastner zusammen mit Sybille Gimpl organisierten Reise, bei der es neben touristischen Attraktionen, wie zahlreichen Klöstern, auch immer wieder einen Blick hinter die Kulissen des osteuropäischen Landes gab.

Sei es bei einem Besuch in der Babes-Bolyai Universität in Cluj, wo die Reisenden erfuhren, dass es dort für die mehr als 40 000 Studenten auch Studiengänge gibt, die in deutscher Sprache unterrichtet werden. Oder bei einem Besuch in einer Taubstummen-Schule, inklusive Fußballspiel mit den Kindern. In einer Werkstatt für Geistig-Behinderte in Targa Mures ließ sich der eine oder andere, dann von den Arbeitern in die Kunst des Teppichknüpfens einführen. „Ich bin dabei leider grandios gescheitert. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht“, findet Lorenz Steinhäuser aus Dankenfeld. Auch et ist seit Jahren Stammgast der Rumänienreisen. „Die Mischung macht`s“, erklärt er. „Man hat die Möglichkeit ein Land zu entdecken, das viel zu bieten hat und von dem leider viele in Deutschland ein komplett falsches Bild haben.“

Auch diesmal zeigten sich die Menschen wieder überall äußerst gastfreundlich und hilfsbereit. „In den vergangenen Jahren hat sich Rumänien sehr positiv entwickelt“, sagt Marco Heumann mit Blick auf die vielen neuen oder schön hergerichteten alten Häusern in den Straßendörfern, die auf dem Weg durch die Bukovina durchfahren wurden.

Von Cluj, einer Studentenstadt mit sehr viel Flair und urigen Kneipen, ging es zu einem ersten Aha-Erlebnis – der Salzgrotte in Turda. Hier gibt es in einem alten Salzbergwerk unterirdische Spiel- und Picknickplätze und sogar einen See, auf dem man Ruderboot fahren kann. Nach einem Zwischenstopp in Bistritz führte die Route zum Colibita See, wo es neben einer Tretbootfahrt, eine Landschaft, die dem Voralpenraum ähnelte, zu erleben gab. Auch einige der zahlreichen orthodoxen Klöster mit ihren aufwändig gestalteten Kirchen durften natürlich nicht fehlen. Moldovita, Sucevita und Voronet lagen entlang der Strecke. Landschaftlich beeindruckend war die Fahrt durch die hoch aufragenden Felsen der Bicaz Klamm, an deren Ende der sagenumwobene rote See auf die Besucher wartete. Bevor es für den Heimflug wieder zurück nach Cluj ging, warteten dann noch der Kurort Sovata mit seinen wunderschönen alten Häusern und Targa Mures mit seiner Burganlage auf die Gruppe.

„Es war wie immer eine schöne Woche“, bringt Eberhard Büschel die Fahrt auf den Punkt. „Ich freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr.“ Dann soll es in die Gegend rund um das Kinderheim, das der Verein in Lipova, im Westen Rumänien betreibt, gehen.

Marco Heumann

 

 

 

 

 Die Reisegruppe vor der Salzgrotte in Turda. Foto: Claudia Büschel

 

Eines der vielen Klöster in der Bukovina

Reisebericht:

Donaudelta 31.5. - 07.06.2015

 

So was hat Barack Obama

 

noch nie erlebt

 

Reisegruppe der Rumänien-Soforthilfe e. V. in Bukarest und im Donaudelta unterwegs – Empfang beim Staatspräsidenten

 

Haßfurt 50 Reisende aus den Landkreisen Haßberge, Rhön-Grabfeld und Bamberg hatten sich über Pfingsten mit dem Verein „Rumänien-Soforthilfe e.V.“ auf den Weg in das südost-europäische Land gemacht. Im Mittelpunkt standen diesmal das Donaudelta und ein ganz besonderer politischer Termin.

 

Preisfrage? Was haben Lea, Marie, Paulina – allesamt gerade einmal 17 Jahre alt – und Simon, 15, politisch Barack Obama und auch Angela Merkel voraus? Antwort: Sie wurden bereits vom neuen rumänischen Präsidenten Klaus Johannis empfangen.

Das Treffen mit dem frisch gewählten Staatsoberhaupt war der Höhepunkt einer Tour, zu der sich die vier „Youngster“ zusammen mit mehr als 40 anderen Haßberglern, Rhön-Grabfeldern und Bambergern aufgemacht hatten. Einmal im Jahr bietet der Verein „Rumänien-Soforthilfe“ eine Reise in das Land im Südosten Europas an. Eine Fahrt, bei der es neben landschaftlichen Schönheiten – diesmal das Donaudelta – stets auch einen Blick hinter die sozialen und politischen Kulissen des einstigen Ostblock-Staates zu erleben gibt.

Seit mehr als 20 Jahren ist Rumänien für Susanne Kastner, Vorsitzende des Vereins und ehemalige Bundestagsabgeordnete, fast so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Unmittelbar nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war, machte sie sich erstmals auf den Weg in den Südosten Europas und kommt seitdem immer wieder! Die 67-Jährige unterstützt ein Kinderheim in Lipova und hat über die Jahre viele Freunde in Rumänien gefunden. Unter anderem auch Klaus Johannis. Den Weg des deutschstämmigen Politikers, der vom Stadtrat über den Bürgermeisterposten in Hermannstadt bis in den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bukarest führte, begleitet Susanne Kastner seit Jahren. Regelmäßig tauschen sich die beiden aus und treffen sich.

Da war es für den viel beschäftigten Präsidenten fast schon eine Selbstverständlichkeit in seinem dicht besetzten Terminkalender eine gute halbe Stunde für die Gruppe aus den Haßbergen freizuschlagen. Im Prunksaal des Präsidentenpalastes Cotroceni wurden Lea, Paulina, Marie, Simon und die anderen empfangen und von Klaus Johannis persönlich begrüßt. Im Anschluss gab es noch eine exklusive Führung durch das weitläufige Gebäude, das in der Ära Caucescou gebaut wurde und sogar ein eigenes Theater beherbergt, und den großzügigen Garten. Während der nächste Staatsgast – der Senatspräsident von Irland anreiste, flanierten die Reisenden aus den Haßbergen durch den Park vor der Residenz und warfen einen Blick in die orthodoxe Kirche, die auf dem Gelände wiederaufgebaut wurde.

Schon am Tag zuvor – am Morgen direkt nach der Anreise mit dem Flugzeug – hatte die Gruppe das politische Bukarest bei einem Besuch im Parlament unter die Lupe genommen. Das nach dem Pentagon größte Verwaltungsgebäude der Welt mit unzähligen Zimmer und Fluren, tonnenschweren Vorhängen und mehr als 1000 Kronleuchtern sorgte bei den Reisenden für Staunen und bei einem Treffen mit dem Abgeordneten Ovidiu Gant für die Frage, warum der Staat, das im Unterhalt sündhaft teure Gebäude überhaupt für seine Parlamentarier nutzt. Ein Besuch beim deutschen Botschafter in Bukarest rundete dann den politischen Teil der Reise ab.

Nach zwei Tagen in der Hauptstadt ging es nämlich in den landschaftlich vielleicht reizvollsten Teil Rumäniens – ins Donaudelta. In Tulcea – dem letzten mit Auto oder Bus erreichbaren Ort vor dem Labyrinth an Wasserstraßen auf denen die Donau sich in Richtung Schwarzes Meer aufmacht, bekam man einen ersten Eindruck von der Vielfalt und Schönheit der Natur im Delta. Nach einer Übernachtung und einem Besuch im Informationszentrum des Biosphärenreservats – bei dem man unter anderem erfahren konnte, dass das Donaudelta sein Aussehen ständig verändert, je nach Strömung Land zurückgibt und sich nimmt – ging es dann auf dem Wasser weiter Richtung Sulina, einem kleinen Dorf direkt an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer. Während die meisten Touristen sich mit Schnellbooten auf den Weg machen, ging es für die Gruppe aus den Haßbergen auf kleinen Booten durch enge Kanäle. Eine gute Stunde lang konnte man erste Einblicke von Pelikanen, Seerosen und den unendlichen Schilfwiesen, die das Donaudelta prägen, gewinnen. Dann wurde direkte an der Pension Delta Miraj angelegt. Ein Idyll direkt am Fluss. Mit Blick in das an die Puszta erinnernde Hinterland des Donaudeltas. Der Steg vor der Pension wurde zum Startpunkt für Bootstouren in die Kanäle des Deltas, bei denen man Pelikanen ganz nahe kam und sie beim beschwerlichen Start aus dem Wasser heraus genau beobachten konnte. Aber auch die Schwarzmeerküste war mit dem Bus in wenigen Minuten zu erreichen. Ein nahezu unberührter und menschenleerer Strand, an dem einer der Donaukanäle ins Meer floss, wartete auf die Besucher aus Deutschland. Eine Einladung zum Baden, die selbst zu nächtlicher Stunde gerne angenommen wurde. Sulina selbst, einst Sitz der Konferenz der Donauanrainer und mit 45 000 Einwohnern, heute nur noch ein Dorf mit Hafenpromenade und gut 2500 Einwohnern konnte per pedes erkundet werden, unter anderem auch ein Leuchtturm, von dessen Plattform dem Besucher sich ein toller Blick über das Delta bot. Im Turm selbst gab ein kleines Museum über Sulina Auskunft. Dessen große Attraktion war für die Besucher aus den Haßbergen jedoch die „Führerin“. Mit einem kaum zu bremsenden Schwall an Worten brachte sie Reiseleitern Sybille Gimpl, die versuchte das Erzählte zu übersetzen, fast an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Endgültig gelang das auf dem Rückweg gen Bukarest – nach einer neuerlichen Bootsfahrt nach Tulcea und dem Besuch in einem orthodoxen Kloster – dem Winzer eines Weinguts. Der berichtete so euphorisch und gestenreich von seinen Erzeugnissen, dass er der Übersetzerin kaum eine Chance bot, das Wissen an die Gäste, weiterzugeben, die mit Sarmale – mit Hackfleisch gefüllten Weinblättern – und zahlreichen Weinen hervorragend verköstigt wurden. Das einzige Mal, dass Sybille Gimpl nicht weiterwusste. Ansonsten hatte sie die Rumänien-Reise jetzt schon zum wiederholten Mal gemeinsam mit Susanne Kastner toll organisiert und ein Programm zusammengestellt, das wohl allen Mitreisenden nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Und das nicht nur, weil sie etwas vorweisen können, das Barack Obama und Angela Merkel nicht von sich behaupten können.

(Marco Heumann)

 

 

Reiseberichte:

 

Die deutsche Reisegruppe in Kronstadt vor dem Honterus-Denkmal Foto: Ralf Sudrigian

 

Samstag, 21. Juni 2014

Burgen, Städte, soziale Einrichtungen

Rumänienreise mit Dr. Susanne Kastner

Von: Ralf Sudrigian

 

Kronstadt - Die Rumänienreisen, die Dr. Susanne Kastner, ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Vorsitzende des Vereins Rumänien-Soforthilfe anregt, sollen dieses Land und seine Bewohner der Reisegruppe näher bringen. Das verdiene Rumänien durch-aus, gerade weil es weiterhin ein ungünstiges Image in Deutschland habe, sagte Susanne Kastner nach dem Besuch der Schwarzen Kirche in Kronstadt/Braşov.

Auch in diesem Jahr berücksichtigt das Reiseprogramm das Prinzip „Politik sollte von unten nach oben gemacht werden“. Außer klassischen Sehenswürdigkeiten wie die Burgen in Karlsburg/Alba Iulia, Diemrich/Deva, Schäßburg/Sighişoara, Fogarasch/Făgăraş, Törzburg/Bran, Tartlau/Prejmer mit damit verbundenen Stadtbesichtigungen (hinzu kommen noch Kronstadt/Braşov und Hermannstadt/Sibiu), außer einer Seilbahnfahrt ins Fogarascher Hochgebirge, sind während der Reise auch Besuche in sozialen Einrichtungen vorgesehen mit der Möglichkeit, sich direkt über soziale und politische Entwicklungen zu informieren.

Das geschah z. B. im Kinderhaus „Haus der Freundschaft“ in Lippa/Lipova, das von der „Rumänien-Soforthilfe“ unterstützt wird, im Rosenauer Saxonia-Gästehaus mit Vertretern der gleichnamigen Stiftung, in Radeln/Roades beim Besuch der dortigen Filiale der Peter Maffay-Stiftung oder im SOS-Kinderdorf in Heltau/Cisnădie.

Die deutsche Reisegruppe, die rund 30 Personen aus Haßfurt und Maroldsweisach (Unterfranken), also aus dem Wahlkreis der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Kastner umfasst, besteht aus Leuten, die Rumänien bereits aus früheren Besuchen kennen aber auch aus solchen, die erstmals dieses Land bereisen. Die Schlussfolgerungen seien aber dieselben: „ein schönes Land“, „ein Land, das sich Stück für Stück entwickelt“ – ein Land, das einen (weiteren) Besuch wert sei und das, trotz manch negativer Schlagzeilen und recht einseitiger Berichterstattung in deutschen Medien, noch vieles zu bieten habe.

 

 

 

 

 

„Eisernes Tor“ und rustikale Bergbahn 2013

In den Pfingstferien mit der Rumänien Soforthilfe Land und Leute kennen lernen

 

Berlin/Haßfurt/Bad Neustadt/Bad Kissingen. Wenn man an die Donau und Rumänien denkt, kommt einem in erster Linie das Donaudelta in den Sinn. Damit tut man allerdings dem spektakulären Donaudurchbruch am „Eisernen Tor“ Unrecht. Bei der diesjährigen Rumänienfahrt des Vereins „Rumänien Soforthilfe“ hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, die herrliche Landschaft im Süd-Westen Rumäniens zu erkunden. Unter der Leitung des Vereinsvorsitzende Susanne Kastner fandt die Reise vom 26. Mai bis 1. Juni 2013 statt.

 

Die Region Banat im Süd-Westen Rumäniens ist landschaftlich äußerst reizvoll. Von den spektakulären Kalksteinfelsen im Donauengpass über die malerischen Dörfer im Banater Bergland bis hin zu den üppigen Nationalparks im Cerna Tal bietet das Banat eine große Vielfalt. Die Teilnehmer

der diesjährigen Rumänienreise erwartete dabei wieder ein abwechslungsvolles und interessantes Programm mit touristischen, politischen und sozialen Aspekten.

Seit vielen Jahren unterstützt der Verein Rumänien Soforthilfe auch Projekte im Banat, doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Arat. Seit 2003 betreut der Verein eigenes Kinderheim in Lipova, sodass das „Haus der Freundschaft“ selbstverständlich erneut der erste Anlaufpunkt sein wird. Danach führt die Reise weiter in den Süd-Westen Rumäniens.

Ein Abstecher in den bekannten Kurort Herkulesbad sowie Ausflüge ins Cerna-Tal und die Fahrt mit der Bergbahn von Orawitza nach Anina haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Eine Fahrt auf der Donau stand natürlich auch auf dem Programm. Am "Eisernen Tor" bahnt sich die Donau ihren Weg durch die malerischen Karpaten auf der rumänischen Seite und das beeindruckende Balkangebirge auf der serbischen Seite. Direkt an diesem Staudamm befindet sich auch das größte Kraftwerk Südosteuropas. Das ehemalige jugoslawisch-rumänische Bauprojekt läuft auch heute noch und produziert mit seinen gewaltigen Turbinen etwa zehn Prozent des rumänischen Stroms.

Um Land und Leute näher kennenzulernen, haben die Teilnehmer darüber hinaus Gespräche mit Politikern und Vertretern sozialer Einrichtungen führen können.

Die Teilnahme an dieser Reise war nicht nur für Mitglieder, sondern für alle Rumänieninteressierten möglich. Die Kosten für Busfahrt,

sowie Unterkunft mit Halbpension betrugen  450,00 Euro.

 

 

Maramures 2011

 

Haßberge/Rhön-Grabfeld/Bad Kissingen. „Was willst du denn in Rumänien?“ Diese Frage mussten sich vermutlich viele anhören, die sich entschlossen hatten, in den Pfingstferien an einer siebentägigen Rumänienreise teilzunehmen. „Einen Einblick in Kultur, Gesellschaft und politisches Leben des Landes erhalten“, wäre eine Antwort gewesen. So stand es nämlich auf der Ausschreibung des gemeinnützigen Vereins Rumänien Soforthilfe e.V., die für diese Fahrt warb. De Bundestagsabgeordnete Susanne Kastner ist Vorsitzende des Vereins. Sie engagiert sich seit der Revolution 1989 in Rumänien. Nach ersten Hilfstransporten in die Kleinstadt Lipova im Nord-Westen des Landes war schnell klar, dass die Bewohner vor allem eines brauchen: eine langfristige Hilfe zur Selbsthilfe. Da fängt man am besten bei den Kindern an. Das Kinderhaus „Casa Prietenia“ (auf deutsch: „Haus der Freundschaft“) wurde 2003 gegründet. Seitdem ist ein Zwischenstopp bei den derzeitig neun Kindern dort ein fester Bestandteil der jährlich stattfindenden Rumänienreise. 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Susanne Kastners Wahlkreis machten sich vom 19.-26. Juni 2011 auf den Weg in die Maramures.

Der erste Tag beginnt in diesem Jahr mit der Besichtigung des Klosters „Maria Radna“ in Lipova. Die Basilika auf einer kleinen Anhöhe bietet den Reisenden ein beeindruckendes Bild. Zwei große, gelbe Türme im Barockstil stechen in den blauen Himmel. Wenn man näher kommt, sieht man aber, dass die Fassade von Rissen durchzogen ist, der Putz bröckelt und die Wände zum Teil mit schweren Holzgerüsten gestützt werden. Das Gebäude muss dringend saniert werden.

Die Geschichte des Klosters spricht dafür, dass es sich lohnt. Im Jahr 1440 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Als fast 300 Jahre später osmanische Truppen die Kapelle der Franziskaner niederbrannten, überstand ein Marienbild, der Legende nach, das Feuer unbeschadet. Bis heute ist die Basilika Wallfahrtsort für viele Katholiken, die das Bildnis Marias als Wunder verehren.

Mit Hilfe von EU-Geldern soll das Franziskaner Kloster nun saniert und für Touristen attraktiv gestaltet werden. Auf dafür hat Kastner sich als Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe eingesetzt.

Nach dem traditionell rumänischen Mittagessen im Innenhof der Basilika geht es weiter zum „Haus der Freundschaft“. Hier leben neun von ihren leiblichen Eltern vernachlässigte Kinder und Jugendliche mit den Pflegeeltern Dana und Nicu. Dass die Freundschaft, besonders die Gastfreundschaft, hier ein gelebtes Motto ist, merkt man schnell. Beim Ausladen von Kleidern, Spielsachen und anderem Dingen aus dem deutschen Reisebus packen die Kinder sofort mit an. Im Garten hinter dem Haus stehen Kuchen und Getränke für die Gäste aus Deutschland bereit. Als der Bus zurück zum Hotel fährt, geht die Sonne bereits unter.

Am nächsten Morgen geht die Fahrt weiter ins 340 km entfernte Baia Mare. Auf der langen Fahrt durch ländliches Terrain bekommt die Reisegruppe einen Eindruck von der Weite des Landes und dem einfachen Leben seiner Bevölkerung. Über holprige Straßen schiebt sich der Bus durch Dörfer mit kleinen Häusern. Äcker, auf denen mit Pferd und Pflug gearbeitet wird, und Felder, auf denen goldene Heuböcke stehen, breiten sich vor dem Busfenster aus. Ein von Pferden gezogener Holzkarren fährt auf der Gegenfahrbahn, hintendrauf sitzt eine fünfköpfige Familie.

Da ist der folgende Besuch im Dorfmuseum Baia Mares kaum mehr nötig. Dort kommt die Reisegruppe nach acht, anstatt der geplanten sechs Stunden, an. Die in Rumänien geborene Anna Lászlo merkt, dass für ihr Heimatland die Standards von Google-Maps nicht gelten. Damit hatte sie nämlich im Voraus die Fahrzeit berechnet. Anna ist derzeit Stipendiatin des Bundestages und hat die Reise von Berlin aus geplant. Zusammen mit Isabel Richter, die in Berlin studiert und auch im Büro von Susanne Kastner arbeitet, begleitet und leitet sie die Reisegruppe. Immer wenn es Verständigungsschwierigkeiten gibt, springen die beiden ein und dolmetschen. Anna, die gebürtige Rumänin, spricht fließend Deutsch. Isabel, die gebürtige Deutsche, fließend Rumänisch. Die beiden jungen Reiseleiterinnen sind eine wünschenswerte Vision für die weitere Kooperation und das gegenseitige Interesse zwischen den beiden EU-Ländern.

Am Tag drei der Reise führen sie die Gruppe nach Sighetu Marmatiei im Norden Rumäniens, wo gleich zwei kulturelle Einrichtungen auf dem Programm stehen. Zuerst wird das ehemalige Gefängnis für politische Gefangene zur Zeit des Kommunismus besucht, das zu einem Gedächtnis-Museum umgestaltet wurde. Danach wird das Geburtshaus des Intellektuellen und Nobelpreisträgers Elie Wiesel besichtigt, der mit siebzehn Jahren den Holocaust überlebte.

Von Sighetu Marmatiei bringt der Reisebus die Gruppe in eine nahe gelegene Kleinstadt, zum „lustigen Friedhof“. Lustig und Friedhof, das scheinen zwei Wörter zu sein, die nichts miteinander zu tun haben – in Rumänien ist das anders. In der kleinen Stadt Sãpânta stehen auf dem Friedhof keine grauen Grabsteine, sondern bunt bemalte Holzkreuze. Die Inschriften darauf verraten etwas über das Leben des Verstorbenen und lassen dabei die Laster und Neigungen nicht aus. So erfährt man zum Beispiel von einem Holzfäller, der gerne mal einen über den Durst trank, oder einer Witwe, die auf Festen alle Anwesenden durch ihren Tanz unterhielt.

Der folgende Tag ist wohl der, der allen am besten in Erinnerung bleiben wird. Eine Fahrt mit einer alten Dampfeisenbahn von Oberwischau in eine abgelegene Region der Karpaten steht an. Um neun Uhr morgens geht es los, immer am Fluss entlang, hinein ins Gebirge. Die Häuser werden mit der Zeit immer weniger, der Wald immer dichter. Die alte Lok zieht ihre Waggons durch eine beeindruckende Landschaft.

Plötzlich werden die Reisenden aus dem Staunen gerissen. Der Wagonboden ruckelt und stößt die Menschen hoch und runter, hin und her, irgend etwas stimmt nicht. Ein Erdbeben? Die Fahrgäste schreien, der Zug hält. Der Waggon, in dem die Reisegruppe aus Franken platzgenommen hat, ist entgleist. Doch kein Erdbeben. Die aufgeregte Gruppe steigt um, der entgleiste Waggon wird kurzerhand abgekoppelt, die Fahrt geht ohne Probleme weiter zu einer Lichtung mit Holz-Pavillons. Dort wartet deftiges Essen vom Grill auf die Reisenden. Nach zweistündigem Aufenthalt bei strahlendem Sonnenschein ruft die Dampfpfeife der Lok zur Rückfahrt.

Aus allen Richtungen kommen Menschen gelaufen und steigen in die fünf Waggons. Wieder geht es am Fluss entlang, die gleiche Strecke diesmal zurück. Plötzlich kommt der Zug zum Stehen. Das Gerücht, dass weiter vorne ein anderer Zug entgleist sei, macht die Runde. Den Reisenden kommt der zusätzliche Halt jedoch nicht ungelegen, sie strömen hinaus, legen sich in die Sonne, halten die Füße ins Wasser und genießen den warmen Tag. Über zwei Stunden dauert der unplanmäßige Halt. Susanne Kastner berichtet, dass es keine weitere Entgleisung gab, die die Weiterfahrt verzögerte. Stattdessen hat eine lokal agierende Mafia Teile der Bahnstrecken mit Holzstämmen blockiert. Es ist nämlich so, dass nur die Wassertalbahn Holztransporte aus den Wäldern tätigt und ihre Inhaber die Gewinne einstreichen. Die so genannte Holzmafia will eine Straße bauen, bekommt aber nicht die notwendigen Genehmigungen. Mit derartigen Blockadeaktionen soll der Druck erhöht werden. Auch das ist Rumänien, wie die Reisegruppe feststellt.

Satu Mare, eine Stadt mit über hunderttausend Einwohnern im Norden Rumäniens, ist das nächste Ziel. Beim Besuch des Bürgermeisters bricht das politische Interesse und die Diskussionsfreude der Reisenden aus Franken durch. Wie sieht der Bürgermeister die Zukunft seiner Stadt? Wie werden die EU-Gelder eingesetzt? Was wird für die Kinder getan? Der Bürgermeister stellt sich den Fragen und verweist auf mehrere Probleme. Bürokratie und Korruption, das seien die zwei großen Hindernisse.

Den Rest des Tages stehen soziale Projekte der Hans-Lindner-Stiftung im Mittelpunkt des Interesses. Zunächst besucht die Gruppe eine Tagesstätte für vernachlässigte Kinder. Danach geht es weiter zu einer Tagesstätte für autistische Kinder. Leider sind diese Einrichtungen nach wie vor eine Seltenheit in Rumänien und nur durch Spenden zu finanzieren.

Am Nachmittag steht eine Einladung vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) auf dem Programm. Bei einem Vortrag lernt die Reisegruppe aus Franken einen interessanten Aspekt in der Geschichte ihrer Landsleute, der Schwaben, kennen. Einige von ihnen, die sogenannten Satmarer Schwaben, wanderten ab dem 18. Jahrhundert in mehreren Wellen nach Rumänien aus. Bis heute gibt es dort viele Menschen, die als zweite Muttersprache deutsch sprechen.

Der Vorstand des DFDR lädt die Reisegruppe am Abend auf sein Weingut ein. Dort erwartet sie eine Überraschung: eine traditionelle rumänische Musikgruppe steht vor dem Haus in den Weinbergen und empfängt die Gäste mit Gitarre, Geige und Akkordeon. Schon während des Essens heizen sie die Stimmung auf und laufen spielend um die Tische. Danach legen sie richtig los – und die Gäste aus Deutschland auch. Es wird gesungen, getanzt, geklatscht, getrunken und natürlich Wein und Tuicã getrunken. Die letzte Nacht in Rumänien wird ein echtes Fest, mit kreischenden Geigen, gutem Essen und noch besserem Wein.

Nach einer kurzen Nacht beginnt am nächsten Abend die Rückreise nach Deutschland. Mehr als zwölf Stunden Fahrt liegen vor den Reiseteilnehmern. Aber das ist nicht weiter schlimm und vielleicht sogar gut, um in Ruhe zu realisieren, was man in den sieben Tagen alles erlebt hat. Denn wenn jetzt jemand Zuhause fragt: „Was wolltest du denn in Rumänien?“ Dann wird man kurz lächeln und anfangen zu erzählen ?

Von Lukas Kleinhenz

(Main Post 5.7.2011)

 

 

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